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Von Sabine und Peter Ramakers - Korfu Wanderungen bei Acharavi

Hallo Korfu Freunde.

Bei unserem Korfu Aufenthalt Ende Mai / Anfang Juni 2002 haben wir uns in Acharavi nach Wandermöglichkeiten erkundigt. Wirklich gute Wanderführer bzw. Kartenmaterial konnten wir nicht finden. Der einzig einigermaßen brauchbare Führer ist im Sunflower Verlag erschienen und sollte 17,50 € kosten Er konnte uns aber nicht überzeugen.

 

Wir hatten das Glück, daß unser Hotelier begonnen hatte, im April 2002 zusammen mit der Stiftung Corfu Trail ein lokales Wandernetz zu schaffen. Dieses Wandernetz nutzt möglichst alte Inselwege und Pfade. Nur wenn es sich nicht vermeiden läßt, wird eine kurze Asphaltstrecke benutzt. Alle Wege und Pfade wurden in Eigeninitiative von unserem Hotelier mit angestellten Gärtnern, sowie mit freiwilligen Helfern der Stiftung Corfu Trail freigeschnitten, gangbar gemacht, und markiert.

 

Es gibt bis jetzt 5 Wandermöglichkeiten. Eine erste Tour, den Panoramaweg, möchte ich nachstehend beschreiben.

 

Panoramaweg - Rundwanderung Start und Ziel Acharavi.

 

Startpunkt ist das Rondell mit der Pumpe in Acharavi. Ihr geht auf der Hauptstraße oder ruhiger auf der parallel dazu verlaufenden alten Dorfstraße in Richtung Roda. Am Ortsausgang auf der linken Seite die freigelegten Überreste eines römischen Badehauses. ( Hier lag in hellenistischer Zeit eine Stadt mit Namen Ivi. Sie wurde im Jahre 30 v.Chr. von Oktavian zerstört. Wer von den Bewohnern sein Leben retten konnte, floh in die Berge. Diesen Fluchtweg werden wir heute bewandern)

 

Kurz nach den Ausgrabungen kommt links die Kapelle des Hlg. Stefanos. Direkt danach zweigt der Weg nach links ab und ist blau Nr. 4 gezeichnet. Langsam ansteigend führt er durch Oliven- und Mandelbäume aufwärts. Unterwegs verlassene Olivenlager und Einzelgehöfte. Wenige Minuten bergauf wird eine dreifache Wegeverzweigung erreicht. Zwischen einem Feldweg links und einem zu einem kleinen Gehöft führenden Weg rechts nehmen wir den mittleren, betonierten Weg, der recht steil ansteigt und kurz darauffolgend scharf nach rechts zu einem weiteren Gehöft abknickt. Wir folgen der Auffahrt nicht nach rechts, sondern verlassen die Rechtskurve geradeaus auf einen schmalen Pfad (im Frühjahr wegen üppiger Vegetation nur schwer erkennbar!), der entlang einer Steinmauer (zur Rechten) aufwärts führt. Nach knapp einer Stunde erreicht Ihr die Siedlung Priftatika und überquert dort die Asphaltstraße. Dann geht es abwärts über einen Flußlauf in den alten Hauptort Agios Panteleimon, der bedauerlicherweise von jungen Leuten verlassen wird.

Nach Kirche und Friedhof geht es langsam durch den schönen Ort bergauf. Alte Herrenhäuser zeugen von ehemaligen Reichtum. Wenn Ihr Glück habt, ist das alte Dorf Kafeneion gleich rechts von der Kirche geöffnet. Ihr solltet dann auf einen Kaffee, Ouzo oder Mineralwasser einkehren. Der alte Wirt zehrt monatelang von solchen Besuchen und vorläufig gibt es auch keine Einkehrmöglichkeit für Euch.

 

Am oberen Ortende geht Ihr auf der Asphaltstraße nach rechts in Serpentinen bergauf und folgt für etwa 1 KM diese wenig befahrene Straße. Hinter einem Marterl auf der linken Seite versteckt beginnt der Einstieg in den erhaltenen Teil dieses über 2000 Jahre alten gut ausgebauten Fluchtweges der Leute von Ivi. (Acharavi)

Über viele Jahrhunderte verband dieser geheime Weg Eriva, die neue Siedlung der Überlebenden von Ivi, mit der Küste. In Vergessenheit geraten wurde er erst vor Kurzem durch die Stiftung Corfu Trail in monatelanger Arbeit wieder freigelegt.

Weiter oben wurde der Geheimweg leider beim Verlegen einer Wasserleitung zum Teil zerstört:

Ihr haltet Euch links, kommt an einem großen verlassenen Einzelgehöft vorbei und erreicht das Bergdorf Trimodi. Hier erreicht Ihr die asphaltierte Bergstraße, die Ihr nach wenigen Metern wieder nach links verlaßt, wo der Weg an einem Marterl vorbei führt. Durch ein Bachbett mit Olivenbäumen und Dickicht erreicht Ihr den  Aussichtsberg Messovouno, von dem sich schon bald nach links das gesamte Panorama von Nord Corfu ausbreitet.

Links im Hintergrund die metapontischen Inseln, rechts die wilde Küste Albaniens. Und direkt unter Euch die Küstenorte Roda und Acharavi (Nachfolger Ivi).

 

Der Pfad wird zum Feldweg und führt um den Berg Messovuono herum in Richtung auf das Bergdorf Lafki. Unterhalb von Lafki biegt Ihr nach links auf einen verwucherten Feldweg, der bergab führt. (Falls Ihr einkehren wollt, geht in wenigen Minuten nach Lafki hinauf, wo es einige Cafe - Bars gibt.)

Der Feldweg endet, wo der Bulldozer im Urwald stecken blieb! Ein schmaler Pfad führt rechts an der Flanke des Berges hinab. Auf die blaue Markierung achten!

Einstieg ist etwas schwierig. Dieser Weg heißt bei den Einheimischen der Nonnenstieg.

Jetzt geht es längere Zeit auf diesem Pfad abwärts bis Ihr an eine Lichtung mit grobem Geröll kommt. Hier geht der Weg halblinks weiter und durch die Siedlung Vrachlerie, wo Ihr schließlich eine Asphaltstraße erreicht. Diese nehmt Ihr für knapp 100m nach links. Dann geht es auf einer anderen schmalen Asphaltstraße scharf nach recht ab vorbei an den letzten Häusern von Vrachleri in Serpentinen bergab. Achtet auf unseren (blau Nr.4) markierten Abzweig nach rechts.

Für einige Meter sieht es aus wie ein Feldweg, aber dann sind wir auf einem der letzten hier verbliebenen Saumpfade, der uns ins nächste Tal bringt. Hier angekommen (Schild Monolithi Restaurant) gehen wir auf dem Asphalt nach rechts weiter. Nach der Kurve biegt Ihr in den neuen Feldweg nach links ab. (Oder Ihr geht noch 250m bergan weiter zum Restaurant Monolithi und stärkt Euch bei Nikos)

 

Weiter auf unserem Feldweg kommt Ihr zur Kapelle Vlacherana und biegt dort nach links ab. Gegenüber die festungsartige Ruine des Dandolo Hauses.(Ein Teil dieser venzianischen Adelsfamilie besaß hier einst große Ländereien. Das Haus hat im Parterre keine Fenster und war nur über eine Zugbrücke zu betreten, deren Rampe noch steht). An der Ruine entlang geht Ihr in den verwilderten Hauswald. Achtet auf die blauen Markierungen. Schließlich geht es etwas schwierig auf einen Feldweg hinab, den Ihr nach rechts folgt. Am nächsten Abzweig links weiter, später durch ein Bachbett. (Nicht in den Bach treten, das Wasser ist stark mit Olivenölresten versetzt und macht Flecken). Nach der Bachquerung biegen wir links auf den Feldweg ab und folgen diesem entlang einer Stacheldrahtabzäunung bis zur Asphaltstraße. Anm.: keinesfalls nach schräg rechts ansteigend laufen, dort sind in einer Rechtskurve zwar blaue Pfeilmarkierungen angebracht, die aber ins Nirgendwo führen, wenn man ihnen folgt!

 

Wenn Ihr die Asphaltstraße erreicht (Kette) geht es rechts weiter. Knapp 100m weiter rechts stehen 2 Lagerschuppen. Direkt danach folgt Ihr einem schmalen Weg parallel zur Wasserleitung, der Euch über den letzten Hügel nach Acharavi zurück bringt. Der Hund am Ende des Weges ist angebunden, bellt zwar, ist aber ängstlich und bewacht die Hühner vor Füchsen. Bei einigen schönen alten Zypressen erreicht Ihr eine Asphaltstraße und seid in Litheres, einem neuen Wohnvorort von Acharavi. Ihr folgt diese Straße weiter bergab, rechts am Schulzentrum vorbei bis zur Hauptstraße. An der Hauptstraße links halten bis zu unserem Startpunkt, das Rondell mit der Pumpe.

 

Uns hat diese Wanderung sehr beeindruckt. Es war wie in einem großen botanischen Garten. Endlose Olivenhaine von dunklen Zypressen unterbrochen, Heidelandschaften, aber auch fast alpine Zonen wechseln einander ab. Dazu immer wieder kleine Siedlungen mit freundlichen Bewohner, Kirchen und Kapellen.

 

Unsere gesamte reine Gehzeit betrug ca. 5 Stunden

Festes Schuhwerk, einen Wanderstock sowie Getränke solltet Ihr mitnehmen. Wir wünschen Euch viel Spaß bei dieser Wanderung und würden uns freuen irgend einmal etwas von Euch zu hören.

 

Peter und Sabine


 

Korfu - Lokale Wanderwege bei Acharavi II

Hallo Korfu Freunde,

nachstehend möchte ich einen weiteren lokalen Wanderweg bei Acharavi beschreiben.

Auch dieser Weg wurde mit viel Eigeninitiative Anfang 2002 geschaffen.

 

Zum Teil gehen wir am Sandstrand, aber auch häufig auf schmalen Pfaden entlang. Diese Wanderung ist ein idealer Einstieg um einen ersten Eindruck von der großartigen Fauna und Flora Korfus zu bekommen.

 

Am Strand entlang zur Nordspitze

Startpunkt ist das Rondell mit der Pumpe in Acharavi. Ihr geht die nächste Stichstraße zum Strand und haltet euch dort angekommen rechts, in Richtung Nordosten. Strandwanderung, einige kleine Tavernen am Meer, die letzten Dünen. Nach etwa 1 Stunde erreicht Ihr einen versandeten Nothafen. Hier verlaßt Ihr die Insel Korfu über eine Fußgängerbrücke und kommt nach Nissos (Insel), einer eigentlich vor Korfu gelegenen Insel, die durch die große verlandete Antinioti-Lagune von der Insel Korfu getrennt wird.

Rechts im Hintergrund seht Ihr das Pantokrator-Massiv, dessen Hauptgipfel (Antennen) 908m hoch ist.

Nach Überqueren der Fußgängerbrücke geht Ihr geradeaus !!! auf engem Pfad steil bergauf. Dieser Pfad ist blau, zum Teil mit Nr. 1 ,gekennzeichnet. Zurückblickend seht Ihr den 8 KM langen Strand unter euch mit den Orten Almyros, Acharavi und Roda. Oben angekommen führt der Weg durch einen verwilderten alten Olivenhain. Bald erreicht Ihr eine Lichtung. Achtet auf das blaue Schild, bei dem Ihr einen anderen schmalen Pfad nach rechts nehmt, der Euch in wenigen Minuten in einen duftenden Lorbeerwald bringt. Dieser Weg endet an einer Kette.

Geht zum blauen Schild zurück und weiter auf eine unbefestigten Straße mit hohen Eukalyptusbäumen. Links seht Ihr die Ruine des Klosters von Agia Ekaterini ( nicht zu besichtigen, da Privatbesitz). Ihr geht die Eukalyptusallee geradeaus weiter, in gleicher Richtung auf der unbefestigten Straße mit Blick auf die albanische Küste, die Euch zum anderen Ende der Nissos Insel bringt. Über eine Brücke erreicht Ihr wieder die Insel Korfu. Dort am Strand von Agios Spyridon die gleichnamige Kapelle des Inselheiligen sowie einige Tavernen.

Der Rückweg beginnt über die gleiche Brücke. Gelbe Markierung Corfu Trail.

Bald biegt Ihr rechts ab zur kleinen Bucht von Yaliskari mit schönem Klick auf die albanische Küste. Am Meer angekommen geht Ihr nach links weiter und folgt dem schmalen Hirtenpfad über die felsige Küste. (Wir haben hier häufig sehr große, grüne Smaragdechsen beobachten können).

Bald erreicht Ihr den nördlichsten Punkt am Kap Agia Ekaterini mit einem solar betriebenen Leuchtfeuer. Kurz danach kommt Ihr zu einer weiteren Badebucht und in deren Hintergrund seht Ihr hinter großen Eukalyptusbäumen die Ruine des Katarinenklosters. Der Weg führt dann über die Fußgängerbrücke am Strand entlang oder wer es mag an einer teilweise parallel verlaufende unbefestigte Straße zurück nach Acharavi.

 

Unsere gesamte reine Gehzeit betrug ca. 3 Stunden

Festes Schuhwerk bzw. gute Turnschuhe solltet Ihr anziehen

Unterwegs bestehen genügend Einkehrmöglichkeiten am Strand sowie in Agios Spyridon.

Viel Spaß bei dieser abwechslungsreichen Wanderung wünschen Euch

 

Peter und Sabine

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