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Wovon Robinson Crusoe träumte....oder: Vorbereitung ist alles! Von Alexander Dietrich

Da es vor einiger Zeit aus südlicher Richtung Kritik am Deutschen und seinem Urlaubsverhalten gab, möchte ich nun mal die Lanze brechen für unsere Landsleute. Wir Touristen sind nämlich gar nicht so unkultivierte Banausen, die nur auf billig Wein aus sind und uns sonst nicht weiter für das gastgebende Land interessieren! Im Gegenteil - wir bereiten uns bestens vor.

 

Korfu, September, ein Hotel in Barbati, 9.00 Ortszeit:

Nach dem Frühstück erfolgt die morgendliche Lagebesprechung. Man einigt sich darauf, einen Faulenzertag einzulegen und mit dem Roller die Bucht von Mirtiotissa anzusteuern. Handtücher, Sonnenöl, Lektüre, Walkmen, Taucherbrille wandern in den Rucksack und mit der Gewissheit, bestens vorbereitet zu sein geht die Fahrt los. Ein Zwischenstopp in Gouvia dient der Ergänzung an flüssigen und vor allem gekühltem! Proviant. Um nicht gleich als Strandclown zu gelten, wird vom Erwerb der "Bild-Zeitung" abgesehen.

 

Korfu, September, Mirtiotissa, 9.45 Ortszeit:

Die Strandlaken liegen etwas krumm auf dem noch kalten Sand, aus dem Walkmen erklingt leise die Musik von Thalassinos, das Buch ist auch ganz unterhaltsam. Also ein perfekter Strandtag! Nur eine Stunde später allerdings muss das Wort "PERFEKT" neu definiert werden:

2 Herren nähern sich unserem bis dahin unverbaubaren Meerblick und greifen sehr tief in die Trickkiste um eine wahrlich imposante Vorstellung abzuliefern. Während die erste Person (zum besseren Verstehen ab sofort "Tom" genannt) den vom eigenen Standort nur 3 Meter entfernten Platz sichert,d arf die zweite Person (ab sofort "Jerry" genannt) die Grundausstattung vom Platzherren ausleihen und auch herholen. 2 Sonnenliegen und 2 Schirme werden nach fünfminütiger Diskussion so plaziert, dass

 

a) ein Blick zum Meer garantiert ist und

b) die Sonne noch nicht all zu grossen Schaden auf der empfindlichen westeuropäischen Haut anrichten kann.

 

Das bei der Platzwahl kein Kompass verwendet wurde, fiel mir erst später auf. Da Strandliegen oft ölverseucht sind, legt man sich gewöhnlich ein Handtuch darauf. Dies taten auch Tom und Jerry - allerdings zusammen. Es erinnerte mich stark an meine Kinderzeit als ich meiner Mutter beim Bettwäsche falten helfen durfte. Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass die Bettwäsche 3 Punkte Abzug in der "Faltenskala" in direktem Vergleich zu den Handtüchern bekam. Als ich mir gerade überlegte wie lange wohl dieses Handtuch seine Form behält, bekam ich die nächste Lektion. Jerry kramte aus der gigantischen Strandtasche 8 Wäscheklammern und befestigte diese an den Ecken der Sonnenliegen. Tom hatte es sich bereits bequem gemacht und steckte sich eine Zigarette in seine silberne Zigarettenspitze während Jerry noch die Sonnenschirme ausrichtete.

Nachdem die Herren sich entkleidet hatten, wurden die peinlichst exakt gefalteten Hosen verpackt und alles deutete auf ein Ende der Vorstellung hin. Mittlerweile hatten Tom und Jerry schon mehrere Bewunderer, was nicht an ihrer Nacktheit lag (schliesslich ist es ja ein FKK-Strand), sondern eher daran, dass allen anderen vorgeführt wurde, wie lächerlich armselig sie ihren Strandtag gestalten.

 

Es folgte die Kür:

Ein nicht ganz kleiner CD-Player wurde aufgebaut und versorgte zumindest uns mit den Neuigkeiten der letzten Love-Parade. Das vorher noch das handy mit Klingeltonlautstärke 5 präpariert wurde, bedarf wohl kaum einer Erwähnung. Jerry schliesslich stellte die Lehne in eine aufrechte Position und pflanzte sich auf die Liege. Offenbar machte er sich grosse Sorgen um sein bestes Stück - er plazierte zum Erstaunen aller einen Laptop drauf und begann nun ganz entspannt und vor allem PERFEKT seinen Strandtag zu geniessen...................

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