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Korfu - Lagune Korission - von Heinz Wauer

Hallo Andi, kurz vor dem Aufbruch nach Santorin möchte ich dir meinen Gastbeitrag über Korfu schicken.

 

"Wenn man die Karte von Korfu studiert, springt einem im Süden der Insel die Lagune 'Lake Korission' ins Auge. Die Nehrung (Landzunge) umschließt die Lagune wie zwei schützende Arme. Die Öffnung zum Meer ist ca. 15 Meter breit und kann über eine Fußgängerbrücke bezwungen werden. Auf der westlichen Seite steht ein einsames, aber bewohntes Bauernhaus.

Der Sandstrand Passamarkos ist ca. 3 km lang und fällt sehr flach ins Meer ab. In 100 Metern Entfernung kann man noch im Wasser stehen. Allerdings vertieft sich der Boden immer mal wieder dünenartig. Im Wasser liegend oder stehend hatte ich ständig das Gefühl, in einer riesigen Badewanne zu sein.

Einer der Gründe für die Einsamkeit des Strandes ist sicher die ungünstige Erreichbarkeit. Ohne Mietwagen gibt es nur die Möglichkeit, an einem geführten Tagesausflug teilzunehmen. Mit Mietwagen muß man sich durch einige kleine, durch enge Straßen ausgezeichnete Bergdörfer trauen, um am Ende auf einer staubigen Piste zum Ziel zu gelangen. Dort angekommen wird man mit einen Strand belohnt, an dem ca. zwei Menschen auf 100 Meter anzutreffen sind. Wenn man sich dann irgendwo dazwischen drängelt, bleiben immer noch 50 Meter in beiden Richtungen.

 

Das Wasser ist bekanntermaßen glasklar, so daß man alles sehen kann, was sich auf dem Boden abspielt. Zunächst einmal sieht es so aus, als würde der Boden ständig mit einer Harke oder ähnlichem manikürt. Einen beinahe klinisch reinen Boden wie hier habe ich nirgends vorher gesehen. Da ich davon so fasziniert war, habe ich meinen Blick dann verschärft nach unten gerichtet. Und tatsächlich, an meinen Zehen bewegte sich etwas. Daß das ein Rochen sein könnte, habe ich nur aus sich verändernden Linien am Boden schließen können. Derartig aufgeschreckt, erhöhte sich meine Aufmerksamkeit schlagartig. Diese richtete sich dann allerdings auf etwas Schwarzes, das in meinem Blickfeld aufgetaucht war. Etwa so groß wie ein Kuchenteller glaubte ich einen Krebs zu erkennen. Ruhe und Entspannung waren dahin. Vorsichtig ging ich näher heran, um meinen nochundeutlichen Verdacht zu bestätigen. Da ich bisher wenig Erfahrung mit frei lebenden Krebsen hatte, konnte ich die Lage nicht abschätzen.

 

Meiner Frau, die sich in ca.50 Meter Entfernung am Strand aufhielt, winkte ich zu und ging ihr, um den Krebs einen großen Bogen machend, entgegen. Sie wollte mir meine Entdeckung zunächst nicht glauben. Da ich mich zu weit entfernt hatte, fanden wir den Krebs auch nicht mehr wieder. Es fiel mir dann aber nicht schwer, am Strand meist einen Meter im Wasser liegend weitere kleinere, etwa handtellergroße Krebse zu finden. Nachdem meine Frau mir versicherte, daß Krebse davonlaufen, wenn man sich ihnen nähert, nutzte ich nun die Gelegenheit, die Krebse aus nächster Nähe zu bestaunen. Wir waren uns einig, daß das Baden an diesem Strand erst mal erledigt ist, da wir leider keine wassertauglichen Sandalen dabei hatten. Solche Sandalen werden übrigens in Sportgeschäften /Abteilungen in diversen Ausführungen angeboten und sind auch für Steinstrände zu empfehlen.

 

Wir sammelten unsere Sachen zusammen und starteten zu einer herrlichen Strandwanderung. Unser Ziel war das Ende der Nehrung, auf der wir uns befanden. Das bedeutete ca. 2 km in feinstem Sand barfuß wandern, mit von den Wellen umspülten Füßen die herrliche Gegend und Ruhe zu genießen. In regelmäßigen Abständen sahen wir neue Krebse im Wasser liegen. Für ein ausgiebiges Abendessen hätte es mehr als gereicht. Waren die Krebse vielleicht der zweite Grund, warum der Strand so einsam ist ?"

 

Heinz Wauer

www.symi.de

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