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Ein Kurztrip von Korfu nach Albanien - von Uwe Elert (Juni 2003)

Albanien - ein Tagestrip ab Korfu (Juni 2003)

 

Albanien? Ein Reiseland? Kriege, Armut. Dies sind in der Regel die Gedanken, die man sich macht, wenn man an Albanien denkt. Also ein Test. Von der griechischen Urlaubsinsel Korfu ist es gerade mal eine Seemeile Luftlinie bis Albanien.

Mit der Petrakis-Linie ab Korfu-Stadt, täglich ab 09:30 Uhr für 34Euro Plus 9Euro Gebühren (Visa/Zollgebühren).

Die Abfahrtstelle ist leicht zu finden: rechts vom großen Abfertigungsgebäude (von der Stadtmitte aus gesehen) befindet sich ein kleiner, offener Stand, an dem man sich anmeldet. Die Abfahrtstelle ist auch gleich dort. Personalausweis (EU-Bürger) reicht inzwischen aus!

Die Reise kann in jedem Reisebüro gebucht werden. Abholung und Rücktransport zum Hotel ist inklusive.

 

Gefahren (besser gesagt geflogen) wird mit Tragflügelbooten russischer Bauart. Ankunft in Saranda in 25 Minuten. Während der Überfahrt werden zwei Karten zum Ausfüllen verteilt. Eine für die Einreise und eine für die Ausreise. Erinnert stark an DDR-Zeiten. Die weiteren Einreiseformalitäten beschränken sich allerdings dann darauf, daß ein albanischer Grenzbeamter die Karten unbesehen einsammelt.

 

Am Hafen von Saranda stehen die Busse schon bereit. Wir, als 8-köpfige deutsche Gruppe nehmen in einem Ford-Transit platz, der ehemals zu einem Hotel in Freiburg gehörte. Der deutschsprachige Reiseleiter erklärt kurz, daß wir jetzt eine kleine Trinkpause in einem Restaurant machen und es dann zum Ausflug nach Butrint geht. Nach 5 Minuten Fahrt durch die Stadt (vorbei am ehemaligen Parteigebäude und eine alten Ausgrabungsstätte) geht es zum Restaurant direkt am Strand.

 

Vor dem Restaurant Postkartenverkäuferinnen (nach dem Restaurantbesuch einfach die Karte dort wieder abgeben, kommt zuverlässig nach 2-3 Wochen in Deutschland an). Auch einige Souvenirs (Klöppelarbeiten und T-Shirts) kann man hier kaufen.Im Restaurant sitzt ein Geldwechsler, der zum Stichtag für einen Euro 135 Leke abgab. Eine Kontrolle im Internet ergab, daß dies sogar dem Interbankkurs entsprach - so günstig habe ich noch nirgends Geld gewechselt.

 

Nach 30 Minuten geht es weiter zu den Ausgrabungsstätten (immerhin UNESCO-Weltkulturerbe) . Für diese Fahrt werden nochmals 18,50Euro (incl. Mittagessen) berechnet. Ob sich das lohnt, kann ich nicht beurteilen, da ich auf diesen Ausflug verzichtete. Die Stimmen der anderen Reiseteilnehmer waren jedoch durchaus positiv (soll allerdings eine längere Fußwanderung beinhalten).

 

Ich habe es vorgezogen, die Stadt zu erkunden und war mehr als positiv überrascht: ich wurde niemals angesprochen und konnte auch keine meiner anderen Vorurteile bestätigt sehen. Die Stadt macht einen geschäftigen Eindruck, der Strand (mit einer sehr schönen Strandpromenade) war belebt. Interessant sind die vielen eingestürzten Neubauten. Hier war kein Erdbeben! Der Staat bzw. die Stadtverwaltung haben einfach alle Gebäude abreißen lassen, für die keine Baugenehmigung vorlag.

 

Sogar ein Internet-Café war zu finden. Die Computer waren modern,. Die Geschwindigkeit beim Surfen weckte aber eher nostalgische Gefühle.

 

Gegessen habe ich in einem Restaurant gleich neben dem Tour-Restaurant (leicht zu finden - es ist das einzige Restaurant, dessen Terrasse sich über dem Meer befindet). Die englische Speisekarte konnte sich sehen lassen. Ebenso die Tischdekoration mit Stoffdecke und  Stoffservietten. Die Preise waren sehr günstig. Spaghetti Bolognese (mit leckerem Käse) für 2,80 Euro und ein großer Salat mit Tomaten, Gurke, Paprika, Oliven und Schafskäse für gerade mal 1,20 Euro. Getränke 1 - 1,50 Euro. Und da der bestellte Fruchtsalat nicht verfügbar war, bekam ich einen Riesenteller voll frischer Kirschen, auf Kosten des Hauses. Empfehlenswert.

 

Gegen 14:15 kamen die Ausflügler zum Mittagessen zurück. Gegen 15:00 Uhr ging es dann auf einen Berg der Umgebung (ehemaliges Kloster), der heute ein beliebtes Ausflugslokal ist.  Im Juni 2003 fanden hier sogar die Miss Albanien-Wahlen statt. Gerade in der Sommerhitze ist dies ein herrlicher Ort, da hier ständig ein erfrischen kräftiger Wind bläst. Gestärkt mit Kaffe und Eis und unbeeindruckt von den noch vorhandenen Resten der Flugabwehrkanonen ging es dann wieder nach Saranda, wo uns noch ein Souvenirladen erwartete. Sehr empfehlenswert: der albanische Cognac „SKANDERE" für 8 Euro (0,5 Liter) in kompletter Geschenkverpackung..

Und wer es immer noch nicht lassen kann: eine Stange „BF" aus Griechenland kostet hier 1000 Leke (ca. 7 Euro) - in Griechenland kostet die Stange 23,50Euro!

 

Es folgt noch eine knappe Stunde Freizeit, die man am besten an der Strandpromenade verbringen sollte. Wer Kinder hat, kann auch mal das Karussell oder (weiter in Richtung Hafen) den Autoscooter probieren. Beim Kinderkarussell sollte man allerdings Nerven haben: die Fahrt beginnt schon mal, bevor alle Kinder richtig sitzen. Und der Betreiber hat scheinbar viele Freunde und verläßt das Karussell gern. Eine Abschaltautomatik sorgt aber dann dafür, daß die Fahrt nicht über den vereinbarten Treffpunkt hinaus geht.

 

Vor der Abfahrt kann man sich noch seinen Reisepaß bestempeln lassen (Beweissicherung - „ich war in Albanien"), ansonsten ist die Kontrolle so lasch wie bei der Einreise.

 

Die Einreise nach Griechenland hingegen dauert etwas länger, da die griechischen Zöllner das angelegte Boot gern noch einige Zeit ignorieren. Also besser sitzen bleiben. Ende der Reise gegen 19:00 Uhr im Hafen von Korfu-Stadt. Die Busse fahren dann sofort zu den Hotels, damit das Abendbrot auch noch rechtzeitig eingenommen werden kann.

 

Fazit: Für Raucher fast kostenfrei, für alle anderen trotzdem lohnenswert.(Stand 13.06.2003)

 

Viele Grüße

Uwe Elert

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